单选题
Text B
Sprachen sterben
Noch nie in der Geschichte der Menschheit sind so schnell so viele Sprachen gestorben wie in diesem Jahrhundert. Vor 10 000 Jahren wurde die Zahl der Sprachen auf der Erde auf ungef?hr 15 000 gesch?tzt. Heute hat sie sich halbiert. Im 21. Jahrhundert wird nach Sch?tzungen von Linguisten ein Drittel der momentan noch lebenden Sprachen verschwinden; Pessimisten prophezeien sogar, dass 90 Prozent davon für immer verstummen. Allein im letzten Jahrhundert erloschen in Europa mindestens 12 Sprachen, wie zum Beispiel das Manx auf der Isle of Man. Experten vermuten, dass es weltweit alle 14 Tage eine Sprache weniger gebe.
Das heutige Sprachensterben ist die direkte Folge kolonialistischer Sprachenpolitik. Von wenigen Ausnahmen abgesehen findet im Verlauf von Kolonisierung immer eine umfassende sprachliche Neubestimmung statt. Der milit?rischen und administrativen Invasion folgt die sprachliche. So wurde bei der Hispanisierung Lateinamerikas die Dominanz der Kolonialsprache in den eroberten Gebieten gewaltsam durchgesetzt und die einheimischen Sprachen wurden nahezu vollst?ndig verdr?ngt. In anderen F?llen duldete man die ursprünglichen Sprachen, wertete sie aber in ihrer Bedeutung und in ihrem gesellschaftlichen Prestige stark ab, wie es bei der Kolonialisierung Nordafrikas durch Frankreich der Fall war. In Herrschaftskolonien wurde die Kolonialsprache für alle Sph?ren der Macht – Administration, Wirtschaft, Justiz, Bildung etc. – als Standardsprache oktroyiert. Die regionalen Sprachen blieben auf den ?privaten“ Bereich beschr?nkt oder behielten nur noch eine religi?se Funktion. Die herrschende Sprache wird von jenen erlernt und übernommen, die den Zentren der Macht nahe stehen. Frauen und der l?ndischen Bev?lkerung blieb der Zugang zur exklusiven, aber doch offiziellen Sprachen meist verwehrt.
Nach der offiziellen politischen Unabh?ngigkeit, mit der faktisch noch lange keine Souver?nit?t erlangt ist, leben diese geschaffenen Bedingungen nahezu unver?ndert fort. Meist behielten die neuen Staaten die Kolonialsprache bei. Die neuen Eliten besetzten die Führungspositionen und lehnten aus Prestigegründen die ursprünglichen Sprachen ab.
Allerdings hat es bisher immer noch Nischen der technisch-wirtschaftlichen Entwicklung gegeben, R?ume, in denen frühere autonome Wirtschaftsformen (Sammeln, Jagen und kleiner Ackerbau) bestehen blieben und in denen kleine, r?umlich sehr begrenzte Sprachen gesprochen werden. Solche Nischen wird es in naher Zukunft kaum noch geben. Im Zuge der Globalisierung dringen weltweit Kommunikationsnetze wie Fernsehen und Internet auch in diese Nischen ein. Nur verh?ltnism??ig wenige Sprachen werden im Fernsehen verbreitet, und die Sprache des Internets ist fast überall Englisch. Eine Gruppe von nur wenigen tausend Sprechern steht unter einem hohen Augendruck, wenn sie nicht mehr isoliert leben wollen. Sie wenden sich von der eigenen Sprache ab. Die Kinder halten es nicht mehr für erstrebenswert, die Sprache der Eltern im vollen Umfang zu lernen. Es kommt zu einer Generation der Semi-Sprecher: sie verstehen die Eltern, aber sprechen selbst eine andere Sprache mit mehr Prestige. Deren Kinder wiederum haben dann nur noch einen bruchstückhaften Zugang zur alten Sprache.
Zwar ist die Gefahr des Sprachensterbens vielen Regierungen bewusst, aber sehr oft wird der Niedergang einer Minderheitensprache in Kauf genommen oder absichtlich betrieben. Sprachf?rderung und Ma?nahmen, die helfen eine Sprache zu erhalten, sind von daher auch politische Ma?nahmen. In einigen L?ndern Lateinamerikas hat sich die Situation der dort gesprochenen ursprünglichen Sprachen gebessert, weil die Regierungen den politischen Willen zu einer neuen Sprachf?rderung gefunden haben. Die mexikanische Regierung etwa hat Schulprogramme ge?ndert und bietet zweisprachigen Unterricht in der Grundschule für Mayas an.
Sprachen wie das Hebr?ische oder das Hawaiische zeigen, dass der Sprachtod nicht notwendigerweise stattfinden muss. Heutiges Hebr?isch stammt von der mehr als 2.000 Jahre alten Schriftsprache und ist heute Israels Nationalsprache. Heute sprechen 5 Millionen Menschen Hebr?isch.
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Es sind unterschiedliche Prognosen über das Ausma? des Sprachensterbens.
【正确答案】
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Bei der Kolonialisierung Lateinamerikas nahmen die Spanier keine Rücksicht auf die Sprache der Einheimischen.
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Frankreich verbot in Nordafrika die ursprünglichen Sprachen.
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In den Herrschaftskolonien mussten alle die Kolonialsprache lernen.
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Mit der politischen Unabh?ngigkeit verlor auch die Kolonialsprache h?ufig an Bedeutung.
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Neue Kommunikationssysteme gef?hrden kleine Sprachen.
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Semi-Sprecher verhindern, dass die Sprache ausstirbt.
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Viele Regierungen wissen überhaupt nicht, dass Sprachen gef?hrdet sind.
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Regierungen in Südamerika versuchen, Sprachen von Minderheiten zu retten.
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Hebr?isch wurde durch politische Ma?nahmen gerettet.